Planungshistorie

Beginnend mit der Arbeitsfeldbeschreibung Karl-Marx-Straße vom Dezember 2004 (zum Download), hat der Fachbereich Stadtplanung bereits vor Aufnahme des Gebietes in die Städtebauförderung eine Reihe von Aktivitäten zur Entwicklung des Standorts Karl-Marx-Straße gestartet. Diese bauten selbstverständlich auf die in den Jahrzehnten zuvor geleisteten Arbeiten auf. Weitere Prozesse folgten: So hatte die Industrie- und Handelskammer Berlin als Reaktion auf die problematische Entwicklung der Karl-Marx-Straße 2006 einen Gesprächskreis mit Gewerbetreibenden, Einzelhändlern, Bezirksverordneten und Vertretern des Bezirksamts sowie weiteren Akteuren initiiert, um eine Strategie zur Stabilisierung des zentralen Geschäftsbereichs des Bezirks zu erarbeiten.

Am 22.05.2007 beschloss der Senat von Berlin die Durchführung vorbereitender Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch. Anlass war die Feststellung, dass Veränderungen im Einzelhandel negative Auswirkungen auf die Attraktivität des Zentrums Karl-Marx-Straße haben und umliegende Stadtquartiere negativ beeinflussen. Mit den Vorbereitenden Untersuchungen sollte festgestellt werden, welche Maßnahmen der Stadterneuerung geeignet sind, den Funktionsverlust zu stoppen, die Straße zu stabilisieren und neu zu beleben.

Als stadtentwicklungspolitische Zielstellung der Vorbereitenden Untersuchungen wurden folgende Themen bearbeitet:
– Stärkung der Struktur von Handel und Dienstleistungen
– Verbesserung der Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raumes
– Weiterentwicklung der urbanen Vielfalt
(z.B. durch Stärkung der Freizeit- und Kultureinrichtungen)
– Aktivierung der Eigentümer

Am 15. September 2009 wurden in der Alten Post Neukölln die Ergebnisse der Vorbereitenden Untersuchungen zum Gebiet Neukölln – Karl-Marx-Straße öffentlich vorgestellt.

Seit 2008 ist das Gebiet der Karl-Marx-Straße eines von fünf Berliner Stadtzentren, welches im Bund-Länder-Programm “Aktive Stadt- und Ortsteilzentren” gefördert wird. Das Konzept des Bezirks Neukölln für die Karl-Marx-Straße (im Download-Bereich als Kurz- und Langfassung) knüpft an die vielfältigen Initiativen an und nimmt die Erfahrungen mit voran gegangenen Projekten auf.

In einem intensiven Diskussionsprozess wurden vorhandene Initiativen gebündelt und neue Akteure in die Erarbeitung eines Entwicklungskonzepts für das Hauptzentrum Karl-Marx-Straße einbezogen. Im Rahmen des Entwicklungskonzepts wurden das Leitbild vorgestellt und Handlungsschwerpunkte für die Attraktivitätssteigerung der Karl-Marx-Straße benannt. Vielfältige Maßnahmen, die an die Stärken der Karl-Marx-Straße anknüpfen, aber auch die gemeinsam erkannten Defizite bearbeiten, waren geplant und befinden sich inzwischen teilweise in der Umsetzung:

So z.B. der Umbau der Karl-Marx-Straße zur Steigerung der Aufenthaltsqualität, ein Citymanagement, die Umgestaltung der Kindl-Brauerei als Teil des Zentrums, der Umbau des Platzes der Stadt Hof, das In-Szene-Setzen der Karl-Marx-Straße durch ein Lichtkonzept sowie ihre Etablierung als Kulturstandort.

Am 03. März 2009 wurde von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt die Durchführung von vorbereitenden Untersuchungen beschlossen, welche den Handlungsbedarf für das Untersuchungsgebiet Maybachufer/Elbestraße ermittelten. Dabei wurde unter anderem der Zustand des öffentlichen Straßenraumes, der Grün- und Freiflächen, der sozialen Infrastruktur und der Gebäude untersucht sowie räumliche Leitbilder formuliert. Da während der Untersuchungen für die Bereiche nördlich des Neuköllner Schifffahrtskanals und nordwestlich der Pannierstraße kein ausreichender Handlungsbedarf festgestellt werden konnte, wurde darauf verzichtet, sie in das Sanierungsgebiet aufzunehmen.

Im Gebietsteil Sonnenallee wird im Gegensatz zum Gebietsteil Karl-Marx-Straße das sogenannte vereinfachte Sanierungsverfahren angewendet. Dadurch wird in diesem Bereich auf die Anwendung der besonderen sanierungsrechtlichen Vorschriften (§§ 152 bis 156a BauGB – Erhebung von Ausgleichsbeträgen) verzichtet.