Im KARLSON #7 – 2020, der Zeitung für das Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße/Sonnenallee informieren wir Sie wieder über die Entwicklungen und Projekte, die das Geschehen der städtebaulichen Sanierung aktuell prägen. Wir geben Ihnen in dieser Ausgabe unter anderem eine Übersicht über die noch ausstehenden Vorhaben im Sanierungsgebiet, stellen Ihnen die Planungen für die Weserstraße, den Wildenbruchplatz, den Karl-Marx-Platz und die Thomasstraße vor und befassen uns mit den Auswirkungen des Klimawandels und Klimaschutzes auf die Planungen vor Ort. Nachfolgend können Sie sich die einzelnen Artikel ansehen und auch herunterladen.

Stand Juni 2020

Planungen Thomasstraße

Ein neues Projekt für das Sanierungsgebiet

Auf den ersten Blick erscheint es zunächst nicht plausibel, dass die außerhalb liegende Thomasstraße seit Ende 2019 nun auch ein Projekt des Sanierungs- und Fördergebiets „Lebendige Zentren“ Karl-Marx-Straße / Sonnenallee ist. Die Begründung ist jedoch schnell gefunden, wenn man sich noch einmal die Sanierungsziele anschaut: als Bindeglied zwischen Hermannstraße und Karl-Marx-Straße stellt die Thomasstraße eine wichtige Wegeverbindung in das Sanierungsgebiet dar.

In der Thomasstraße sollen die Kreuzungsbereiche für den Fuß- und Radverkehr sicherer werden (© Bergsee, blau)

Gleichzeitig ist die Thomasstraße ein Teilstück der sogenannten „20 grünen Hauptwege“ Berlins und verknüpft beispielsweise das Sanierungsgebiet mit den für Neukölln so wichtigen Parkanlagen und Naherholungsgebieten wie der Thomashöhe oder dem Tempelhofer Feld.

Entsprechend der Programmatik der „grünen Wege“ soll die Thomasstraße nicht komplett saniert und umgebaut werden; die Aufteilung des Straßenraums in beidseitige Gehwege, Fahrbahn und Stellplätze wird weitgehend beibehalten. Vielmehr geht es um eine Verbesserung der Barrierefreiheit und Erhöhung der Verkehrssicherheit in diesem Bereich. Dazu gehören Maßnahmen wie der Umbau der Knotenpunkte Altenbraker Straße, Ilsestraße sowie Selkestraße durch sogenannte Gehwegvorstreckungen. Für eine bessere Übersicht der Kreuzungsbereiche für den Fußverkehr werden dort die Stellplätze reduziert. Eine sogenannte Anrampung vor den Kreuzungen und ein Belagswechsel sollen zum Einhalten des bereits vorgeschriebenen Tempos von 30 km/h in der Thomasstraße beitragen. Weiterhin sind zusätzliche Baumpflanzungen und eine neue Beleuchtung auf der Nordseite der Straße geplant.

Sicherere Überwege an der Hermannstraße mit Ampelanlage und Radstreifen

Der Verkehr wird beruhigt und das Überqueren der Straße erleichtert

Um einen sicheren Übergang zum Tempelhofer Feld zu schaffen, wird die Kreuzung Thomasstraße / Hermannstraße mit Radstreifen und Fußgängerüberwegen inklusive Ampelanlage neu gestaltet. Dies wird finanziert durch das Radverkehrsprogramm der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Ursprünglich sollten die ersten Baumaßnahmen bereits 2020 starten; allerdings wird die Planung wohl noch etwas mehr Zeit benötigen. Ein Grund für die Verzögerungen ist, das die Bauvorhaben in der Thomasstraße mit der Anlage eines neuen Schulhofs der Konrad-Agahd-Schule koordiniert werden müssen – einem Projekt des Quartiersmanagement Körnerkiez. Dieser soll auf einer Teilfläche des gegenüberliegenden St. Thomas-Kirchhofs entstehen. Der künftige Weg zum neuen Schulhof quert die Thomasstraße und bedarf besonderer verkehrssichernder Maßnahmen. Bis Ende 2020 sollen nun die Planungen abgeschlossen sein. Geplanter Baubeginn des 1. Bauabschnitts zwischen Hermann- und Ilsestraße ist Frühjahr 2021.

Kerstin Schmiedeknecht, Thomas Fenske