Neukölln im Wandel
Der KARLON #4 – 2017 legt den Schwerpunkt auf den Prozess der Sanierung. Es werden grundlegende Abläufe erläutert und Einblicke in den Umsetzungsstand der aktuellen Projekte gegeben.
Neukölln im Wandel
„Alles fließt“ – Sanierung ist ein Prozess
Die städtebauliche Sanierungsmaßnahme ist ein Prozess, in dem regelmäßig die Sanierungsziele zu konkretisieren und fortzuschreiben sind. Dies wird im Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße/Sonnenallee im Laufe des Jahres 2017 geschehen. Nachfolgend haben wir für Sie einige Fakten zum Thema Fortschreibung der Sanierungsziele zusammengestellt.

Ein Gebiet im Umbau: Das KINDL-Zentrum für zeitgenössische Kunst auf dem ehemaligen Kindl-Gelände
Während der Durchführung einer städtebaulichen Sanierungsmaßnahme müssen die festgesetzten Sanierungsziele regelmäßig konkretisiert und fortgeschrieben werden. So auch im Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße/Sonnenallee. Die zu Beginn des Sanierungsprozesses 2011 formulierten Ziele waren zunächst nur grob umrissen, denn am Anfang eines voraussichtlich 15 Jahre dauernden Prozesses kann man nicht exakt bestimmen, welche neuen Anforderungen die Zeit hervorbringen wird. Die weitere Ausarbeitung der Sanierungsziele muss sich auf gründliche Untersuchungen stützen. In den vergangenen Jahren wurden deshalb zahlreiche Studien, z. B. zu den Themen Wohnen und Infrastruktur, Wohnen im Zentrum oder die Situation des Gewerbes im Sanierungsgebiet durchgeführt. Die grundlegenden Ziele der Sanierung, wie sie 2011 im Sanierungskonzept beschlossen wurden, wurden dabei aber nicht in Frage gestellt. Dazu gehören eine vitale zukunftsfähige Karl-Marx-Straße oder der Anspruch der Bewohnerschaft auf eine angemessene Versorgung mit Einrichtungen und Dienstleistungen der öffentlichen Hand.
Seit dem Abschluss der vorbereitenden Untersuchungen zur Festlegung des Sanierungsgebiets Karl-Marx-Straße/Sonnenallee (2008/2009) konnte eine deutliche Entwicklungs- bzw. Veränderungsdynamik im Gebiet beobachtet werden. Dies betrifft unter anderem Grundstücksveräußerungen, Zu- und Fortzüge, bauliche Maßnahmen auf den Wohngrundstücken und auch Veränderungen bei Dienstleistungen und Einzelhandel. Ferner sind im Sanierungsgebiet in besonderem Maße die allgemeinen Trends des Berliner Wohnungsmarkts ablesbar: Der Wohnraum wird knapper, Nachverdichtungen im Bestand z. B. durch Dachgeschossausbauten werden häufiger.
Seit 2010 sind ca. 2.650 neue Personen in das Sanierungsgebiet gezogen. Wo früher oft Leerstand prägend war, wird nun der Platz für neue Ideen genutzt. Diese neue Attraktivität führt bisweilen aber auch zu Nutzungskonkurrenzen und Begehrlichkeiten.
Vor diesem Hintergrund werden nun die Sanierungsziele aktualisiert und herausgearbeitet, ob und wie auf die Entwicklungen im Rahmen der Sanierung reagiert werden kann. Ein wichtiger Baustein dabei ist die Information und Beteiligung der Öffentlichkeit. Der Meinung der Eigentümer*innen, Bewohner*innen und weiteren Akteure im Gebiet kommt eine wichtige Rolle zu:
Sie bespielen den Raum, investieren, beleben und nutzen ihn. Die Verwaltung versucht, die unterschiedlichen Interessen in Bahnen zu lenken, gute Entwicklungen zu fördern und auch dadurch Missstände zu überwinden.
Bedeutung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK)
Mit dem dynamischen Planungsinstrument der Sanierung, dem ISEK, kann und soll auf die Veränderungen bzw. Erfordernisse im Gebiet während des Sanierungsprozesses angemessen reagiert werden. Die Sanierungsziele müssen immer im Einklang mit den Grundzügen des Sanierungskonzepts (ISEK) stehen und dazu dienen, die vordringlichsten Schwächen und Defizite im Sanierungsgebiet zu vermindern. Wenn sich die Bedingungen für die Beurteilung privater Vorhaben ändern, ist auch eine Überarbeitung des ISEKs mit der Fortschreibung der Sanierungsziele notwendig.
Das ISEK vermittelt den Betroffenen einen verbindlichen Rahmen für die zukünftige Entwicklung und bildet die Arbeitsgrundlage für die Verfahrensbeteiligten. Es besteht aus einem kartographischen Maßnahmenplan und einer konzeptionellen Erläuterung der Ziele.
Beteiligung an der Fortschreibung
An einer Änderung von Sanierungszielen sind verschiedene Instanzen und Gruppen beteiligt: Am Anfang steht eine Erörterung der neuen Erkenntnisse zwischen dem Fachbereich Stadtplanung des Bezirksamts, der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen sowie der Sanierungsbeauftragten BSG. Je nach Thema wird mit weiteren Verwaltungen, Beauftragten, Beteiligungsgremien, Akteuren und Verbänden diskutiert. In den letzten drei Jahren standen hierbei die Themen Wohnen und Infrastruktur vor dem Hintergrund der wachsenden Stadt im Mittelpunkt. Angetrieben wurde die Debatte aber auch durch Stellungnahmen der Fachabteilungen für Jugend oder für Schule und Sport, durch beauftragte Gutachten, vor allem aber durch Entwürfe bzw. Bauanträge privater Bauherren und Eigentümer*innen. Zentrale Fragen waren dabei: Wie wollen wir in den nächsten Jahren zusammenleben und wie eng können wir zusammenwohnen, ohne dass die Lebensqualität darunter leidet?
Im weiteren Prozess bekam die Gebietsöffentlichkeit Gelegenheit, ihre Meinung einzubringen. Diese Anregungen fließen in die Abwägung der Ziele ein. Auch die Lenkungsgruppe der [Aktion! Karl-Marx-Straße] und das Beteiligungsgremium Sonnenallee wurden in diesem Rahmen aktiv in die Diskussion der Sanierungsziele eingebunden. Hier konnte der Bezirk an die gute Beteiligungskultur der letzten Jahre anknüpfen, die von der Arbeit der Lenkungsgruppe, des Beteiligungsgremiums, einer Vielzahl von Veranstaltungen und Veröffentlichungen sowie öffentlichen Sprechstunden im Fachbereich Stadtplanung geprägt ist. Nicht zuletzt der KARLSON, der an alle Haushalte im Gebiet verteilt wird, möchte dazu beitragen, den Menschen im Gebiet den Sanierungsprozess und seine Projekte nahezubringen und zur Beteiligung anzuregen.
In diesem Sinne gibt die vorliegende Ausgabe des KARLSON einen Einblick in den laufenden Prozess zur Anpassung der Sanierungsziele und deren Umsetzung in konkrete Projekte – von der umfassenden Bedarfsuntersuchung, über die Entscheidung zu Projektzielen und Maßnahmen bis hin zum Detailentwurf und den Baumaßnahmen.
Horst Evertz, Oliver Türk
Aufgaben der Sanierungsziele
Über die Festlegung eines Sanierungsgebiets entscheidet die Gemeinde; bezogen auf Neukölln also das Land Berlin. Basis der Festsetzung ist eine so genannte vorbereitende Untersuchung, die die Mängel und Bedarfe eines bestimmten Stadtbereichs untersucht und Empfehlungen für seine Abgrenzung gibt. Einmal beschlossen, gilt das Sanierungsrecht nach § 136 BauGB zeitlich befristet. Ziel ist es, in dem betreffenden Gebiet festgestellte städtebauliche Missstände z. B. durch Umgestaltungen im öffentlichen Raum zu verbessern. Die Sanierungsziele bilden dabei den Rahmen für die gewünschte Entwicklung und sind Grundlage für die Genehmigung oder Versagung von baulichen Vorhaben.
Bei der Durchführung der Sanierung im Neuköllner Norden steht die Stadtentwicklung vor folgenden Aufgaben: Zum einen soll die Revitalisierung des Neuköllner Zentrums bei weitgehendem Erhalt der bestehenden baulichen und städtebaulichen Struktur gewährleistet, zum anderen müssen Antworten auf die Anforderungen an die sich wandelnde Stadt gefunden werden. Die vielfältigen städtebaulichen Funktionen müssen zukunftsfähig aus dem Bestand heraus entwickelt werden. Dazu gehören etwa die Versorgung mit Kitas, Schulen oder Grünflächen, die Verbesserung des Wohnumfeldes oder eines funktionierenden Gewerbes. Auf der Grundlage der Ergebnisse der vorbereitenden Untersuchungen (VU) beschloss das Land Berlin 2011 aufeinander abgestimmte Ziele und Maßnahmen für das Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße/Sonnenallee, das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK).
Mitwirken erwünscht
Im KARLON #5 – 2018, der Sanierungszeitung für das Gebiet Karl-Marx-Straße/Sonnenallee, können Sie sich wieder über die vielschichtigen Entwicklungen informieren. Die Themen reichen von den zahlreichen Verkehrsprojekten über die Erneuerung am Weigandufer zu den Möglichkeiten der Beteiligung im Sanierungsgebiet.
Mitwirken erwünscht
Positive Effekte der Bürgerbeteiligung im Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße/Sonnenallee
In Berlin wird gebaut und die Stadt an vielen Stellen erneuert. So auch im Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße/ Sonnenallee. Dafür braucht es Akzeptanz und Verständnis in der Bevölkerung. Doch auch schon in wirtschaftlich schlechteren Zeiten war es allgemeines Ziel der Stadtplanung, die Öffentlichkeit zu informieren und die Bevölkerung im Gebiet an der Planung zu beteiligen. Das Baugesetzbuch fordert von jeher die frühzeitige Beteiligung, sei es bei der Bebauungsplanung oder bei Maßnahmen in der Stadterneuerung.
Dies ist kein Selbstzweck. Um Verständnis für Planungen und ihre Umsetzung zu wecken, müssen die Bewohner*innen einer Stadt wissen, was um sie herum geschieht. Die vielfach kritische Stadtgesellschaft braucht Angebote, mit den Entscheider*innen in der Verwaltung und der Politik in einen Dialog treten zu können, um ein gutes Klima bei der Umsetzung von Neubaumaßnahmen zu schaffen. Dazu gehört, dass Handlungsoptionen öffentlich diskutiert werden können. Für eine gute und nachhaltig wirksame Planung wird zudem das lokale Wissen der Menschen vor Ort benötigt, denn oftmals haben diese einen anderen Einblick in die Situation ihrer Nachbarschaft als die Planer*innen. Im Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße/Sonnenallee wurde der Erneuerungsprozess von Beginn an durch eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit begleitet. Dazu gehören neben dem Internetauftritt und zahlreichen Publikationen viele Informationsveranstaltungen zu einzelnen Vorhaben, aber auch Treffen, die die Netzwerke vor Ort stärken möchten. Eine regelmäßige Mitarbeit bei der Gestaltung der Zukunft des Gebiets ist in der Lenkungsgruppe der [Aktion! Karl-Marx-Straße] für den Gebietsteil Karl-Marx-Straße und im Beteiligungsgremium Sonnenallee für den Gebietsteil Sonnenallee möglich.
Bürgerbeteiligung
- schafft Akzeptanz für Veränderung
- bildet Vertrauen in den Prozess
- nutzt das Wissen vor Ort
- verbessert Planungsergebnisse
- bildet und stärkt Netzwerke
- erhöht die Identifikation mit dem Erreichten
Bürgerbeteiligung braucht
- klare Regeln und Grenzen
- Kontinuität
- Transparenz
- Kommunikation/Öffentlichkeit
- verschiedene Beteiligungsformate (Rundgang, Workshop,
- Informationsveranstaltung, digitale Formate etc.)
- fachliche Begleitung
Herausforderungen der Beteiligung – Nicht nur in Neukölln
Beteiligung bedeutet Meinungsvielfalt, Interessensaustausch und Dialog. Neben dem richtigen Beteiligungs-zeitpunkt – nicht zu früh und nicht zu spät – sind auch die Spielräume der Beteiligung klar zu definieren. Zudem sollte auf eine gute Gesprächskultur zwischen den einzelnen Akteuren geachtet werden. Durch eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit werden die Entwicklungen während des Planungsverlaufs transparent und nachvollziehbar gemacht. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass es sehr schwierig ist, über den meist langen Planungszeitraum das Beteiligungsinteresse aufrecht zu erhalten.
Eine weitere Herausforderung von Beteiligungsprozessen sind die unterschiedlichen, teilweise gegensätzlichen Interessenlagen der beteiligten Gruppen. Dadurch entstehen Zielkonflikte, die innerhalb des Beteiligungsprozesses deutlich werden und im Rahmen des Beteiligungsverfahrens gegeneinander abzuwägen sind. Zusätzlich sind die Rahmenbedingungen wie z. B. rechtliche Vorgaben, Finanzierbarkeit, räumliche Anforderungen sowie Inhalte und Zielsetzungen des jeweiligen Förderverfahrens zu berücksichtigen, welche die möglichen Handlungsspielräume definieren. Der Erfolg von Beteiligungsverfahren misst sich daran, wie gut alle diese Ansprüche miteinander in Einklang gebracht werden können.
Beteiligungskonzepte dürfen nicht statisch sein. Sie entwickeln sich durch den Austausch in unterschiedlichen Formaten immer weiter und ergeben neue Lösungen oder es entstehen neue Netzwerke, die das Wissen und die Anliegen der Menschen vor Ort einbeziehen. Im Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße/Sonnenallee werden die unterschiedlichen Zielgruppen wie z. B. Bewohner*innen, Gewerbetreibende und die interessierte Öffentlichkeit immer wieder in unterschiedlichsten Formaten eingeladen, sich über die jeweiligen Planungen zu informieren und ihre Meinung einzubringen. Wir haben drei Beispiele für die erfolgreiche Mitwirkung am Sanierungsprozess ausgewählt.
Neugestaltung Alfred-Scholz-Platz
Vor der Umgestaltung: Platz der Stadt Hof / Alfred-Scholz-Platz, 2011 © Armin Gründler
Nach der Umgestaltung: Alfred-Scholz-Platz, 2014 © Armin Gründler
Ein Herzstück der Umgestaltung des Neuköllner Zentrums ist der Alfred-Scholz-Platz, dessen Umbau im April 2014 abgeschlossen wurde. Der Platz wirkte vorher eher wie ein verbreiteter Gehweg. Gegenstand des städtebaulichen Wettbewerbs war die Neugestaltung des Platzes mit einem Beitrag aus dem Bereich Kunst und Design. Neben der Gestaltung ging es auch darum, wie der Platz von den Neuköllner*innen nach dem Umbau genutzt werden kann. Die Vorschläge reichten von einem Bürgerforum für öffentliche Debatten über einen Platz zur Vorstellung ortsansässiger Kunst bis hin zu einem Bereich für Feste und Präsentationen.
Der Wettbewerb wurde durch eine umfassende Bürgerbeteiligung begleitet, bei deren Vorbereitung und Durchführung die Lenkungsgruppe der [Aktion! Karl-Marx-Straße] eingebunden wurde. Bereits während des städtebaulichen Wettbewerbsverfahrens wurden die Wünsche der Bevölkerung in die Planungs- und Entscheidungsprozesse einbezogen. Dazu fanden Umfragen, Kunstaktionen und Schülerworkshops statt. Auf einer Bürgerversammlung wurde ein zentrales Anliegen bezogen auf die Neugestaltung des Platzes deutlich: die Neuköllner*innen wollen „ihren“ Platz, mit dem sie sich identifizieren können.
Im Siegerentwurf von „el:ch Landschaftsarchitekten“ und der Künstlerin Kaabi-Linke konnte dieser Wunsch eingelöst werden. Die unterschiedlichen Herkünfte der Neuköllner*innen als Abbild der Neuköllner Vielfalt schlagen sich in der unterschiedlichen Pflasterung des Platzes nieder. Das Besondere: Im Zuge der Workshops „Meinstein“ haben Neuköllner*innen mit jeder ihrer Aussagen zum Zusammenleben in Neukölln die Anordnung der Steine auf dem Platz verändert. So ist aus reiner Statistik ein Abbild Neuköllns entstanden, das sich im „demographischen Mosaik“ des Platzes ablesen lässt. Des Weiteren wurde durch die Lenkungsgruppe ein Wettbewerb zur Namensfindung für den neuen Stadtplatz durchgeführt, der später zur Umbenennung in „Alfred-Scholz-Platz“ führte.
Um den Platz weiter zur beleben und eine eigene Identität für den Alfred-Scholz-Platz zu fördern, wurde ein Interessenbekundungsverfahren für den Betrieb eines Bistros auf dem Platz durchgeführt. Mit der „Rixbox“ wurde nicht nur ein neues gastronomisches Angebot geschaffen. Von diesem Ort aus werden nun auch Veranstaltungen und Feste unterstützt – organisatorisch und technisch, wie z. B. durch die Bereitstellung der Wasser- und Elektroversorgung. Mittlerweile hat sich der Alfred-Scholz-Platz als beliebter Treffpunkt und Veranstaltungsort im Herzen Neuköllns etabliert.
Umgestaltung Lohmühlen- und Weichselplatz
Eröffnung des südlichen Lohmühlenplatzes, 2017
Im Herbst 2017 wurden die Bauarbeiten zur Erneuerung des Lohmühlen- und Weichselplatzes abgeschlossen. Ziel der Umgestaltungen war die Aufwertung der an den Wasserstraßen gelegenen Grünverbindungen und Plätze sowie eine bessere Erschließung der Uferbereiche. Unter dem Leitbild „Grünes Band am Kanal“ wurde der Bereich Lohmühlen- und Weichselplatz durch die Umgestaltung für Naherholungs- und Freizeitzwecke attraktiver gestaltet und besser vernetzt. Dabei wurden auch verkehrliche Maßnahmen in die Planung einbezogen.
Gebietsrundgang des Beteiligungsgremiums Sonnenallee
Mit der Durchführung und transparenten Begleitung des Planungsprozesses durch öffentliche Beteiligungsveranstaltungen sowie die durchgehende Einbindung des Beteiligungsgremiums Sonnenallee wurden viele Anregungen der Bewohner*innen eingebracht. Die Planungsergebnisse konnten damit verbessert werden. Als Ergebnis des Beteiligungsverfahrens wurde die vorhandene Schmetterlingswiese am nördlichen Lohmühlenplatz in die laufenden Planungen zur Umgestaltung eingebunden und deren Erhaltung gesichert.
Als Ersatz für eine Aussichtsplattform am Neuköllner Schifffahrtskanal, die aufgrund der Befürchtung vor unerwünschten Lärmentwicklungen im Rahmen des Beteiligungsverfahrens weggefallen war, wurden Sitzpodeste entlang des Uferwegs aufgestellt. Durch weitere Einwände von Anwohner*innen wurde die Verkehrsführung in Richtung Harzer Straße in einen Einrichtungsverkehr geändert und ein Gehweg entlang des Kiehlufers neu angelegt. Um frühzeitig über die geplante Umgestaltung zu informieren, wurden durch das Beteiligungsgremium vier Infotafeln rund um den Lohmühlen-/Weichselplatz aufgestellt. Auf Anregung der Anwohner-Initiative Schmetterlingswiese soll ein weiteres Infoschild zukünftig am Standort Harzer Straße Auskunft über die Grünbelange des südlichen Lohmühlenplatzes geben. Nach einer Forderung des Beteiligungsgremiums wurden darüber hinaus im Bereich des Uferwanderwegs Drängelgitter installiert, um die unerlaubte Nutzung der Grünanlage durch Radfahrer*innen zu erschweren und damit Konflikte mit Fußgänger*innen zu minimieren. Aufgrund von Vandalismus sind diese jedoch zurzeit funktionslos. Derzeit werden durch das Tiefbauamt geeignete vandalismussichere Varianten geprüft, die kurzfristig wieder eingebaut werden sollen. So ist nach Fertigstellung des Umbaus eine öffentliche Grünanlage entstanden, die von den Bewohner*innen angenommen und zur Freizeitgestaltung und Naherholung vielfältig genutzt wird.
Fortschreibung der Sanierungsziele
Die Erfahrungen aus vielen Beteiligungsprozessen auch abseits von Neukölln zeigen, dass das Interesse an Planungsprozessen steigt, je konkreter die Planungen in Richtung Umsetzung werden. Mit dem Grad der Betroffenheit steigt in der Regel die Bereitschaft in der Bevölkerung, sich in die Planung einzubringen. Sehr erfreulich war deshalb das hohe Interesse an der Fortschreibung der Sanierungsziele für das Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße/Sonnenallee im ersten Halbjahr 2017, denn sie behandelte auf noch eher abstrakter Ebene die Entwicklungsziele für das Gebiet. Auf der zentralen Informationsveranstaltung wurden nach der grundsätzlichen Information zu Verfahren und Inhalten der Fortschreibung in drei moderierten Diskussionsrunden zu den Themen Wohnen, Verkehr und Zentrum die Anliegen der Anwesenden besprochen. Die Offenheit sowie die Transparenz des Prozesses und die sehr gute Gesprächskultur untereinander führten zu einem lohnenden Ergebnis des Abends. Alle Beiträge des Publikums wurden dokumentiert und flossen in die Abwägung der Ziele ein – ebenso wie alle schriftlichen Hinweise, die in einem definierten Zeitraum eingingen. Unterstützt wurde der Beteiligungsprozess durch eine zentrale Internetseite, auf der alle Grundlagen der Fortschreibung und der Stand des Prozesses aktuell gehalten wurden. Hier wurde auch die fertige Abwägung der Stellungnahmen und Hinweise bzw. das Ergebnis der Beteiligung bis zum Beschluss der Ziele durch die Bezirksverordnetenversammlung Neukölln dokumentiert.
Ann-Christin Rolfes-Bursi, Stephanie Otto
Diskussion zu der Fortschreibung der Sanierungsziele
Karlson 5
Im KARLON #5 – 2018, der Sanierungszeitung für das Gebiet Karl-Marx-Straße/Sonnenallee, können Sie sich wieder über die vielschichtigen Entwicklungen informieren. Die Themen reichen von den zahlreichen Verkehrsprojekten über die Erneuerung am Weigandufer zu den Möglichkeiten der Beteiligung im Sanierungsgebiet.
KARLSON ONLINE AUSGABEN
Ausgabe 12 – 2025
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Straßenumbau im Herzen Neuköllns
Der 3. Bauabschnitt der Karl-Marx-Straße ist gestartet. Nach der planmäßigen Fertigstellung des 2. Bauabschnitts von der Uthmann- bis zur Briesestraße im April 2018 rückt die Baustelle weiter nach Norden und damit ins Herz des Neuköllner Zentrums mit dem Rathaus, dem Amtsgericht, dem Alfred-Scholz-Platz sowie den großen Handelsunternehmen. Weiterlesen…

In der Donaustraße tut sich was
Neben dem Umbau der Karl-Marx-Straße trägt auch die Aufwertung der Nebenstraßen zur Stärkung des Neuköllner Zentrums bei. Nach den bereits abgeschlossenen Maßnahmen in der Richard-, Ganghofer-, Neckar- und Isarstraße wird in diesem Jahr die Donaustraße in Angriff genommen. Weiterlesen…

Mehr Platz am Weigandufer
Der Weichselplatz und seine anliegenden Straßen sind fertig umgebaut. Nun soll die Neugestaltung des daran anschließenden Weigandufers und des Wildenbruchplatzes in Angriff genommen werden. Die Planungen dafür schreiten immer weiter voran. Weiterlesen…

Die Blaubeere reift
Großen Fortschritt macht die Entwicklung im Block 77 mit dem Neubau für das Blueberry Inn. Die Erweiterung der Jugendfreizeiteinrichtung wurde Anfang des Jahres mit Gesamtkosten von rund 3,44 Mio. EUR in das Förderprogramm für den Baufonds aufgenommen und kann voraussichtlich bis Ende 2022 fertig gestellt werden. Weiterlesen…

Sicherer im Richard-Kiez
Bürgerbeteiligung stößt Veränderung am Karl-Marx-Platz an. Im Richard-Kiez sind bedingt durch seine Lage zwischen den zwei Hauptverkehrsstraßen Sonnenallee und Karl-Marx-Straße sowie der Nähe zum Bezirkszentrum Neukölln viele Straßen mit Durchgangs- oder Parksuchverkehr belastet. Weiterlesen…
Bunter Kosmos Sonnenallee
Die Sonnenallee führt als längste Straße des Bezirks 4,5 Kilometer durch Neukölln, davon gut einen Kilometer durch das Sanierungsgebiet. Die Vielfalt der Menschen, die hier leben und arbeiten, ist groß. Weiterlesen…

Mitwirken erwünscht
In Berlin wird gebaut und die Stadt an vielen Stellen erneuert. So auch im Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße/

Wann ist ein Bad ein Bad?
Eine interessante Kontroverse zum Thema Milieuschutz: manche sind nur 80 cm breit, aber im Verhältnis scheinbar absurd lang. Wie auf einer Perlenschnur reiht sich eine komplette Badezimmerausstattung auf. Weiterlesen…

Berlin Global Village
Der Berlin Global Village e.V. lässt auf dem ehemaligen Gelände der Kindl-Brauerei ein „Eine-Welt-Zentrum“ entstehen. In einem umgebauten ehemaligen Verwaltungsgebäude der Brauerei und einem Neubau wird Platz für einen neuen Ort der Begegnung geschaffen. Weiterlesen…
Wüstenbahn und die legendäre Linie 47
Eine kurze Geschichte der Neuköllner Straßenbahnen. Derzeit hat der Berliner Senat Voruntersuchungen für den weiteren Ausbau des Straßenbahnnetzes beauftragt, auch für Strecken im ehemaligen Westteil der Stadt. Weiterlesen…
Ansprechpartner
Bezirksamt Neukölln
Stadtentwicklungsamt
Fachbereich Stadtplanung
Karl-Marx-Straße 83, 12040 Berlin
Tel.: 030 – 90 239 2153
stadtplanung(at)bezirksamt-neukoelln.de
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen IV C 32
Anke Heutling
Württembergische Straße 6-7, 10707 Berlin
Tel.: 030 – 90 173 4914
anke.heutling(at)senstadt.berlin.de
BSG Brandenburgische
Stadterneuerungsgesellschaft mbH
Sanierungsbeauftragte des Landes Berlin
Karl-Marx-Straße 117 , 12043 Berlin
Tel.: 030 – 685 987 71
kms(at)bsgmbh.com
Lenkungsgruppe
der [Aktion! Karl-Marx-Straße]
lenkungsgruppe(at)aktion-kms.de
Citymanagement
der [Aktion! Karl-Marx-Straße]
Richardstraße 5, 12043 Berlin
Tel.: 030 – 22 197 293
cm(at)aktion-kms.de








