Im KARLSON #7 – 2020, der Zeitung für das Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße/Sonnenallee informieren wir Sie wieder über die Entwicklungen und Projekte, die das Geschehen der städtebaulichen Sanierung aktuell prägen. Wir geben Ihnen in dieser Ausgabe unter anderem eine Übersicht über die noch ausstehenden Vorhaben im Sanierungsgebiet, stellen Ihnen die Planungen für die Weserstraße, den Wildenbruchplatz, den Karl-Marx-Platz und die Thomasstraße vor und befassen uns mit den Auswirkungen des Klimawandels und Klimaschutzes auf die Planungen vor Ort. Nachfolgend können Sie sich die einzelnen Artikel ansehen und auch herunterladen.

Stand Juni 2020

Die Planungen für den
Wildenbruchplatz gehen weiter

Teilbereiche der Grünfläche werden neu gestaltet

Der Wildenbruchplatz bildet den letzten Bauabschnitt der Neugestaltung der Uferbereiche am Neuköllner Schifffahrtskanal zwischen Lohmühlen- und Elsenbrücke. Nachdem in der Parkanlage bis 2018 bereits der Spielplatz sowie die Gehwege erneuert wurden, konzentrieren sich die Maßnahmen jetzt auf die Rand- und Eingangsbereiche sowie den nordwestlichen Bereich mit der Terrasse und der Pergola an der Wildenbruchstraße. Nach einer umfangreichen Beteiligung werden nun die konkreten Entwurfspläne erarbeitet.

Der Bereich um den Brunnen und die Pergola am Wildenbruchplatz soll neugestaltet werden (© Bergsee, blau)

Umfangreiche Beteiligung der Anwohnenden
Die ersten Vorentwürfe wurden bereits 2017 öffentlich vorgestellt und erörtert (siehe Karlson 5). Nach Abschluss der Planungen für das Weigandufer wurden im letzten Jahr die Planungen für den Wildenbruchplatz wieder aufgenommen und erste Variantenentwürfe auf der öffentlichen Sitzung des Beteiligungsgremiums Sonnenallee im November 2019 vorgestellt.

Im Januar fand in Anwesenheit von Bezirksbürgermeister Martin Hikel und Bezirksstadtrat Jochen Biedermann schließlich eine öffentliche Veranstaltung im Guttempler-Haus statt, auf der sich mehr als 60 Besucherinnen und Besucher über den Stand der Planung informierten. Parallel wurden die Planungen auf der Webseite des Sanierungsgebiets veröffentlicht. Hinweise, Wünsche und Kritik zur geplanten Neugestaltung konnten bis Ende Januar schriftlich abgegeben werden. Eine vollständige Übersicht zu den Ergebnissen der Auswertung findet sich auf der Webseite des Sanierungsgebiets www.kms-sonne.

Eine mögliche Sanierung der Pergola wird zurzeit geprüft (© Bergsee, blau)

Erkenntnisse für die weitere Planung
Alle eingegangenen Meinungsäußerungen und Vorschläge zur Planung wurden durch das Straßen- und Grünflächenamt ausgewertet. Dabei wurde jeder einzelne Hinweis abgewogen, auf seine Umsetzbarkeit hin fachlich geprüft und das Ergebnis schriftlich festgehalten. Mit Erfolg: zahlreiche Vorschläge und Ideen können nun in die weitere Planung eingearbeitet werden.

Im Beteiligungsverfahren ist deutlich geworden, dass viele in der Pergola mit dem Terrassenbereich an der Wildenbruchstraße ein prägendes Element des Wildenbruchplatzes sehen. So wird die Pergola nach Möglichkeit erhalten bleiben. Ein Ingenieurbüro ist beauftragt worden, die Standsicherheit der Pergola zu prüfen sowie die Kosten einer möglichen Sanierung zu ermitteln. Zahlreich geäußert wurde auch der Wunsch, den Vegetationsbestand auf dem Platz weitgehend zu sichern. Neupflanzungen sollen insekten-, vogel- und wildtierfreundliche Gehölze und Stauden sein. Dies wird in jedem Fall in die Planung einfließen.

Hingegen kann der Wunsch einiger Beteiligter, den Brunnen wieder in Betrieb zu nehmen, nicht erfüllt werden, weil die Kosten für Betrieb und Unterhaltung für den Bezirk nicht zu finanzieren sind. In die Planung aufgenommen wird aber die Anregung, die „Mühlsteine“ des ehemaligen Brunnens als Regenwasser-Vogeltränke zu erhalten. Der Bereich um die alte Brunnenanlage wird entsiegelt und als Staudenbeet gestaltet. Daher sind ursprüngliche Überlegungen hinfällig geworden, die eine künstlerische Umgestaltung dieses Bereichs mit der Durchführung eines Ideenwettbewerbs anregten (siehe Karlson 6).

Auch weitere kreative Vorschläge werden geprüft. So soll der einst durch die Parkanlage verlaufende Bach durch gestalterische Elemente nachgezeichnet werden. Fest steht hingegen schon, dass im Bereich des Spielplatzes eine zweite Tischtennisplatte aufgestellt wird. Ebenso wird es künftig einen Trinkbrunnen geben. Im Übrigen wird sichergestellt, dass in Abschnitten gebaut wird und es nicht erneut zu einer kompletten Schließung des Parks kommt.

Der neue autofreie Abschnitt der Fahrradstraße Weigandufer zwischen Inn- und Wildenbruchstraße (© Bergsee, blau)

Die Arbeiten am Weigandufer sind fast abgeschlossen

Die Baumaßnahmen am Weigandufer gehen ihrem Abschluss entgegen. Bereits Ende 2019 konnte die neue, für den Kfz-Verkehr vollständig gesperrte Fahrradstraße zwischen Inn- und Wildenbruchstraße fertiggestellt werden. Dafür wurde die ursprüngliche Fahrbahn auf vier Meter Breite zurückgebaut, der Gehweg entlang des Wildenbruchplatzes entsiegelt und als Vegetationsfläche mit der Grünanlage verbunden. Der Uferweg wurde mit vielfältigen Sitzgelegenheiten neu angelegt. An den Entwässerungsmulden wurde im Mai mit Ausbesserungsarbeiten begonnen, nach deren Abschluss nochmals zahlreiche Neupflanzungen in den Mulden und auch im Grünstreifen zum Wildenbruchpark vorgenommen werden. Die gepflanzten Stauden und Sträucher auf dem neuen Grünstreifen brauchen zwar noch ein, zwei Jahre, um sich zu entwickeln, aber die ersten Frühlingsstrahlen haben hier und da schon eine Blüte hervorgebracht. Leider wurden auch schon viele Stauden wieder zertreten, so dass nun für eine gewisse Zeit ein Zaun das Anwachsen der Pflanzen schützen wird.

Der zum Weichselplatz führende Uferweg zwischen Wildenbruch- und Fuldastraße ist ebenfalls fast fertiggestellt: Wie im Bereich des Wildenbruchparks wurden auch hier mehr als 300 neue Sträucher gepflanzt. Das historische Geländer zum Kanal wurde nach altem Vorbild erneuert. Da auch nach Einrichtung der Fahrradstraße in diesem Abschnitt immer noch viele Autos zu schnell unterwegs waren, soll nun der ursprünglich nur für die Dauer der Bauarbeiten vorgesehene Einrichtungsverkehr von der Elbe- zur Wildenbruchstraße dauerhaft beibehalten werden. Spätestens zum Jahresende werden weitere verkehrssichernde Maßnahmen abgeschlossen sein. So wird im Kreuzungsbereich Wildenbruchstraße eine neue Mittelinsel gebaut. Gegenüber der Bushaltestelle in Richtung Treptow wird ein neues „Haltestellencap“, ein zur Fahrbahn vorgestreckter Bereich des Gehwegs, mit einem Wartehäuschen eingerichtet.

Kerstin Schmiedeknecht, Alexander Tölle