Kindl-Konglomerat
Der Umbau des Kindl-Areals ist für die Entwicklungen im Lebendigen Zentrum und Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße/Sonnenallee von hoher Bedeutung. Daher wurde im Rahmen einer engen inhaltlichen Zusammenarbeit zwischen Bezirk und der Eigentümerin, der Schweizer Stiftung Edith Maryon und ihrer Tochter Terra Libra Immobilien GmbH, beschlossen, für die städtebauliche Entwicklung der Fläche oberhalb des ehemaligen Vollgutlagers ein Werkstattverfahren mit Beteiligung der Öffentlichkeit durchzuführen. Auf dieser Seite können Sie die Ergebnisse des Werkstattverfahrens nachlesen.
Das Bezirksamt hatte mit der Terra Libra Immobilien GmbH einen städtebaulichen Vertrag geschlossen mit dem Bestreben, verbindliche Regelungen zu treffen, wie der Siegerentwurf „KINDL-Hallen“ umzusetzen ist. Der Vertrag sollte Planungs- und Genehmigungssicherheit für beide Seiten schaffen. Aufgrund der Absage der Waldorf-Schule als einer der vorgesehenen Ankernutzer wurden die Planungen in Abstimmung mit dem Bezirksamt noch einmal überarbeitet. Das Nutzungsspektrum mit überwiegend gemeinnützigen und gemeinwohlorientierten Nutzungen bleibt jedoch erhalten (Näheres siehe unter www.vollgut.berlin).
Rückblick: Entwurf „KINDL-Hallen“ gewinnt das Werkstattverfahren Kindl Konglomerat
Am 25. Oktober 2021 kürte das Obergutachter*innengremium die „KINDL-Hallen“ von Team 2 aus ff-Architekten Feldhusen Fleckenstein Part mbB mit häfner jiménez betcke jarosch Landschaftsarchitektur gmbh zum besten Entwurf.

Vision
Der Entwurf schafft auf dem Areal der ehemaligen Rollberg-Brauerei einen Lern-, Arbeits- und Begegnungsort und beabsichtigt, die bestehende Halle, die als Zwischennutzung unter anderem als Kartbahn genutzt wurde, so weit wie möglich zu erhalten und für neue Nutzungen zu ertüchtigen. Mit der so genannten „Kindlpromenade“ entsteht ein langgestreckter Freiraum parallel zur Rollbergstraße. Von dort aus erreicht man die „Werkhöfe“, die sich an den klassischen Berliner Gewerbehöfen orientieren. Mehrfachnutzungen dieser Räume und Kooperationen zwischen der geplanten Schule und Kleingewerbe sind in vielerlei Hinsicht möglich. Die vorgesehene Schule orientiert sich zum Kindl-Hof und das Dach der KINDL-Hallen wird begehbar konstruiert, so dass es sowohl von der Schule als auch von der Öffentlichkeit als „Stadtbalkon“ genutzt werden kann.
Entwürfe „Kindlgarten“ und „Kindlhöfe“ mit klugen Ideen
Auch die weiteren beiden Teams widmeten sich der Aufgabe mit großer Leidenschaft und Professionalität und reicherten das Werkstattverfahren mit klugen Ideen und neuen Perspektiven an. Team 1, Studio Vlay Streeruwitz aus Wien und Atelier le balto aus Berlin, stellte sich den „Kindlgarten“ auf einem leer geräumten Plateau mit über dem freigelegten Hallentragwerk schwebenden Häuser vor. Team 3, Kersten Kopp Architekten mit capatti staubach urbane landschaften aus Berlin, schlug einen Abriss der Halle und einen Neubau der Schule am Ende der sogenannten „Kindlhöfe“ vor.
Video der Abschlusspräsentationen vom 25. Oktober 2021
Team 1: ab ca. 00:12:10 | Team 2: ab ca. 01:24:40 | Team 3: ab ca. 02:21:40
Video der Ergebnisverkündung vom 25. Oktober 2021
Rückblick zur Beteiligung im Werkstattverfahren
Kommentar der Vorprüfung zur Entscheidung am 25. Oktober 2021 – Thema Beteiligung
In Vorbereitung auf die finale Entscheidung durch das einberufene Obergutachter*innengremium am 25. Oktober 2021 wurde vom betreuenden Büro subsolar* ein Vorprüfbericht zu den eingereichten Entwürfen erstellt. Hier gaben unter anderem die am Verfahren beteiligten Expert*innen aus ihrer fachlichen Sicht (Sanierungsgebiet, Freiraum und Klima, Verkehr, Bestandstragwerk, Bestandsnutzungen und Umbau, Brandschutz, Interkulturelle Waldorfschule, Beteiligung) ihre jeweilige Einschätzung zu den Entwürfen ab. In diesem Rahmen flossen auch die Ergebnisse der öffentlichen Beteiligung in die Vorprüfung der Entwürfe ein. Die entsprechenden Abschnitte aus dem Vorprüfbericht zu den Entwürfen können im folgenden Dokument nachgelesen werden.
Auswertung der zweiten Stufe der Beteiligung
Am 30. August 2021 präsentierten die drei von der Terra Libra Immobilien GmbH beauftragten Planungsteams den Zwischenstand der städtebaulichen Entwürfe für die Fläche oberhalb der Vollgutkeller auf dem ehemaligen Kindl Areal. Expert*innen und Gutachter*innen gaben erste Rückmeldungen für die zweite und letzte Bearbeitungsphase, die am 25. Oktober 2021 mit der zweiten Planungswerkstatt und Abschlusspräsentation der Entwürfe endet.
Eingebettet in diesen Tag fand ein öffentlicher Planungsdialog mit den Planenden zu ihren Ideen für die Flächen statt. Die Nachbarschaft, interessierte Initiativen, Akteur*innen und weitere Interessierte waren herzlich eingeladen, mit den Planenden zu ihren Entwürfen ins Gespräch zu kommen und/oder die Zwischenentwürfe vom 1. bis 14. September 2021 online zu kommentieren.
Weiter unten finden Sie die Video-Präsentationen der drei Planungsteams zu ihren Zwischenentwürfen und unter Werkstattverfahren Kindl Konglomerat — meinBerlin können Sie die Pläne und Erläuterungen im Detail betrachten. Zwar ist die Online-Beteiligung abgeschlossen, die Kommentare können aber noch immer eingesehen werden. Diese wurden thematisch sortiert aufbereitet und den drei beteiligten Planungsteams für die zweite Phase der Bearbeitung zur Verfügung gestellt.
Im folgenden Dokument sind die Hinweise und Stellungnahmen aus dem Planungsdialog am 30. August 2021 und der Online-Beteiligung auf mein.berlin.de zusammengefasst:
Video-Präsentation der Zwischenentwürfe
Nachfolgend können Sie sich die Video-Präsentationen ansehen, die von den Planenden für den Beteiligungsprozess für diese Bearbeitungsphase zur Verfügung gestellt wurden.
TEAM 1
Studio Vlay Streeruwitz (Wien) & Atelier le Balto (Berlin)
Vom Kindlhof zum Kindlgarten
TEAM 2
ff Architekten (Berlin) & Häfner Jimenez Landschaftsarchitektur (Berlin)
KINDL HALLEN
TEAM 3
Kersten und Kopp (Berlin) & capattistaubach urbane Landschaften (Berlin)
Urbanes Belvedere
Auftaktveranstaltung am 14. Juni 2021 und die erste Stufe der Beteiligung
Am 14. Juli 2021 startete auf dem ehemaligen Kindl-Gelände das Werkstattverfahren Kindl-Konglomerat. Die drei beteiligten Teams aus Architektur und Landschaftsplanung sowie die beratenden Expert*innen trafen im Berlin Global Village zusammen, um sich gemeinsam zu den Rahmenbedingungen der Planungsaufgabe zu informieren und auszutauschen. Die beteiligten Planungsteams wurden besetzt aus den Büros: Studio Vlay Streeruwitz aus Wien mit Atelier le Balto aus Berlin, ff Architekten mit Häfner Jimenez und Betcke Jarosch Landschaftsarchitekten aus Berlin sowie Kersten und Kopp mit capattistaubach urbane landschaften aus Berlin.

Führung durch das VOLLGUT zum Auftakt des Werkstattverfahrens am 14. Juni 2021. © subsolar*
Der Tag begann mit der Konstitution des Obergutachter*innengremiums, das die Eigentümerin bei der Auswahl des besten Entwurfs beriet. Im Anschluss folgte eine Führung durch das Gebäude und in die Kelleranlagen des VOLLGUT. Die Pandemie-Lage machte es glücklicherweise möglich, sich für die anschließende Runde mit den externen Expert*innen und einer begrenzten Zahl von Teilnehmenden wieder in Präsenz zu treffen. Es schalteten sich aber auch zahlreiche Beteiligte digital zur Veranstaltung hinzu und konnten so aus dem virtuellen Raum heraus Hinweise geben und Fragen stellen.
Vorab waren bereits bis zum 31. Mai 2021 die Nachbarschaft und weitere Interessierte aufgerufen gewesen, den Planenden erste Hinweise zum Projekt mitzugeben. Daran beteiligten sich 25 Personen. Die zusammenfassende Auswertung dieser Rückmeldungen finden Sie hier:
Zum Hintergrund
Um welches Grundstück ging es und wer führte das Werkstattverfahren durch?
Das betreffende Grundstück liegt auf dem Gelände der ehemaligen Kindl-Brauerei zwischen der Rollberg- und der Neckarstraße. Östlich an die Freifläche des Kindl-Hofes grenzen die ehemaligen Brauereikeller, die aufgrund ihrer ehemaligen Nutzung als Vollgut- und Flaschenlager „VOLLGUT“ genannt werden.
Die Terra Libra Immobilien GmbH führte von Juni bis Oktober 2021 ein Werkstattverfahren für die städtebauliche Entwicklung der Fläche oberhalb der Vollgutkeller durch. Das Bezirksamt Neukölln unterstützte dieses Werkstattverfahren mit einem öffentlichen Beteiligungsprozess.
Was war das Ziel des Werkstattverfahrens?
Im Bereich der bestehenden Halle (siehe Abbildung) waren ein (Teil-)Rückbau und eine städtebauliche Neuordnung der Flächen beabsichtigt. Im Ergebnis des Werkstattverfahrens sollten „Art und Maß der baulichen Nutzung“ festgelegt werden. Das Maß der baulichen Nutzung bezeichnet den Grad der Grundstücksausnutzung, die Art bezeichnet Festlegungen wie gemischte oder gewerbliche Bauflächen. Außerdem sollten grundlegende Aussagen zur Gestaltung und zur Erschließung der künftigen Gebäude getroffen werden.
Das Werkstattverfahren hatte zum Ziel, die bestmögliche Variante einer innovativen und zukunftsfähigen Bebauung zu ermitteln. Der städtebauliche Entwurf sollte insgesamt den ökologischen, sozialen und ökonomischen Anforderungen an ein zukunftsfähiges Quartier gerecht werden, das sich gut in die bestehende Nachbarschaft einfügt.
Das Werkstattverfahren sollte zum einen Planungssicherheit schaffen und zum anderen eine abgestimmte Grundlage für die planungsrechtliche Beurteilung künftiger Baumaßnahmen sein. Gleichzeitig sollten eine größtmögliche Qualität, Transparenz und Umsetzbarkeit sowohl im Prozess als auch in der Planung erreicht werden.
Was waren weitere Rahmenbedingungen der Planung?
Lage im Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße/Sonnenallee
Das Grundstück liegt im Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße/Sonnenallee. Für dieses Gebiet wurden Sanierungsziele festgelegt, die den Rahmen für die gewünschten Entwicklungen im Sanierungsgebiet bilden. Sie sind eine wichtige Grundlage für die Genehmigung oder die Versagung von baulichen Vorhaben im Gebiet.
Das Teilgebiet Karl-Marx-Straße, in dem auch das ehemalige Kindl-Gelände liegt, soll in seiner Funktion als junges und buntes Zentrum gestärkt werden. Das Kindl-Gelände ist als Nebenlage des zentralen Versorgungsbereichs Karl-Marx-Straße gekennzeichnet. Ziel ist, ein gemischtes Quartier zu schaffen – eine urbane Mischung aus Wohnen, Arbeiten, Kultur, wohnungsnaher Erholung und Gewerbe. Diese Nutzungen sollen sich idealerweise gegenseitig bereichern, die Individualität des Standorts stärken und insgesamt zu einem positiven urbanen Miteinander der Nachbarschaft führen. Viele Flächen und Vorhaben auf dem Kindl-Gelände werden schon neu genutzt. Das VOLLGUT bildet den letzten großen Baustein der Entwicklung.
Wie konnten Hinweise eingebracht werden?
Das Bezirksamt Neukölln unterstützte das von der privaten Eigentümerin durchgeführte Werkstattverfahren mit einem öffentlichen Beteiligungsprozess. Dieser wurde in zwei Stufen durchgeführt:
Erste Stufe der Beteiligung
(vor dem Start des Werkstattverfahrens – abgeschlossen)
Schon vor Beginn des Verfahrens am 14. Juni 2021 wurden die Nachbarschaft sowie weitere Interessierte über den Start des Verfahrens informiert und um ihre Hinweise gebeten. Bis zum 31. Mai 2021 wurden die Anregungen entgegengenommen, deren Auswertung den Planenden mit auf den Weg gegeben wurde.
Zweite Stufe der Beteiligung
(in der Mitte des Verfahrens am 30. August 2021 – abgeschlossen)
Im öffentlichen Planungsdialog anlässlich der ersten Planungswerkstatt am 30.08.2021 konnten erste konkrete Vorschläge und Entwürfe mit den Beteiligten direkt diskutiert werden. Diese Werkstatt wurde durch ein Online-Verfahren auf der Berliner Beteiligungsplattform www.mein.berlin.de begleitet.
Links zu weiterführenden Webseiten
VOLLGUT – Stiftung Edith Maryon
Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße/Sonnenallee
Kontakt
Bezirksamt Neukölln von Berlin
Stadtentwicklungsamt
Fachbereich Stadtplanung
Thomas Fenske
Karl-Marx-Straße 83
12040 Berlin
Tel.: 030 – 90 239 1278
E-Mail: stadtplanung(at)bezirksamt-neukoelln.de






