„Potenzial lokal“ heißt das Oberthema der 13. Ausgabe des Magazins BROADWAY Neukölln. Im zweiten Jahr der Pandemie war es dem Redaktionsteam besonders wichtig, einige der besonderen und vielfältigen Potenziale des Zentrums Neukölln ins Blickfeld zu rücken. Diese Potenziale sind es, die Kraft und Anziehungskraft entfalten, sich abheben und damit besondere Angebote für die Menschen hier und die Gäste des Zentrums Karl-Marx-Straße machen.

Stand Dezember 2021

Potenzial lokal

Was prägt das Zentrum Karl-Marx-Straße? An erster Stelle sind es die Menschen, die sich hier mit ihrer Kraft, ihren Ideen und Unternehmungen einbringen. Sie tun das an einer Vielzahl besonderer Orte und schaffen Angebote, die sie in ihre Nachbarschaft und in die Welt tragen.

Liebe Leserinnen und Leser,

diese 13. Ausgabe des BROADWAY schaut auf die besonderen Angebote und Fähigkeiten im Zentrum Karl-Marx-Straße. Zentren sind der städtische Mittelpunkt. In ihnen begegnen sich eine Vielzahl unterschiedlichster Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und zu unterschiedlichsten Zeiten und Gelegenheiten. Jedes Zentrum muss dabei ein eigenes Gleichgewicht finden. Die innerstädtischen Zentren werden in der Zukunft aber nur bestehen können, wenn die vielfältigen lokalen Potenziale auch genutzt werden – die Pandemie hat das besonders deutlich gezeigt. Das Zen­trum Karl-Marx-Straße lebt zu einem großen Teil von seiner Nachbarschaft. Die Anwohner*innen stützen, beleben und formen das Zentrum. Gleichzeitig werden aber natürlich auch Angebote für Menschen von überall her geschaffen. Der BROADWAY nimmt mit dem Themenschwerpunkt „Potenzial lokal“ die Nahperspektive ein und berichtet dabei wie immer auch über Neuigkeiten im Zen­trum.

Fläche mit viel Potenzial: das ehemalige Kindl-Areal, © Susanne Tessa Müller

Für die Flächen oberhalb der Vollguthallen auf dem ehemaligen Kindl-Gelände ist das Werkstattverfahren abgeschlossen worden. Der ausgewählte städtebauliche Entwurf setzt bei der vorhandenen Bebauung an und baut die Stadt an der Stelle weiter. Freiräume werden von Anfang an mitgedacht und stellen eine Verbindung zur Nachbarschaft her.

Bis heute prägen die Bauten Reinhold Kiehls das Zentrum – dem Stadtbaurat, der vor über hundert Jahren für Neukölln plante und bauliche Maßstäbe setzte. Über welche langen Zeiträume wir diese Gebäude schon nutzen und in dieser Zeit auch um- und weitergebaut haben, ist ein extrem aktuelles Thema, wenn man über eine klimaschonende Stadtentwicklung nachdenkt. Eine besondere Kraft haben auch die Angebote der Helene-Nathan-Bibliothek, die mit ihren Büchern, Medien und Veranstaltungen sehr aktiv und immer wieder neu ihre Nutzer*innen und deren Potenziale in den Blick nimmt. Wer hätte gedacht, dass man Mode in der Bibliothek bekommt?

Was hat der Name einer Straße eigentlich mit uns zu tun? Der Artikel „Karl-Marx-Straßen anderswo“ schaut über die Grenzen des Bezirks und nimmt uns mit auf eine kurze anregende Deutschland- und Gedankenreise. Das Zentrum Karl-Marx-Straße ist Heimat unterschiedlichster Menschen, wie drei Porträts unter dem Titel „Die Welt in Neukölln“ zeigen. Nicht zuletzt die vielfältigen Angebote sind ein Grund, warum so viele Menschen aus der ganzen Welt die Karl-Marx-Straße besuchen. Ein großes Potenzial der Straße sind auch die vielen hier ansässigen Gesundheitseinrichtungen – eine Qualität, die vielleicht gar nicht so bekannt ist, die künftig aber gesichert und noch stärker ausgebaut werden sollte.

Das Interview zur Situation der Innenstädte nach der Pandemie macht deutlich, dass es eine gute Mischung von Angeboten braucht, die auf die Bedürfnisse der Menschen hier Rücksicht nimmt, um das Zentrum lebendig zu erhalten. Dazu gehören in Neukölln im besonderen Maße Kunst und Kultur. Seit über 20 Jahren strahlt das Kunstfestival 48 Stunden Neukölln schon künstlerisch aus in die Welt. Das Festival präsentiert die vielen Kunstschaffenden im Bezirk und begibt sich an die besonderen Orte und Plätze, stellt sie in neue Zusammenhänge und regt zum Nachdenken, Begegnen und Diskutieren an.

Viel Freude beim Lesen und Entdecken!

Ihr Jochen Biedermann, Stadtrat für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr